Aufbau eines Sozial-Compliance- und Menschenrechtsmanagementsystems in der Textilindustrie

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 Letzte Aktualisierung 07/2026
 Türkçe

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Die Schulung dient der beruflichen Weiterbildung. Das ausgestellte Zertifikat ersetzt bei Schulungen, für die eine MYK-Zulassungsbescheinigung vorgeschrieben ist, nicht die MYK-Zulassungsbescheinigung.

Schulungsinformationen

Format

Präsenzschulung wird empfohlen; bei geschlossenen Werks- oder Unternehmensschulungen kann sie anhand der Analyse tatsächlicher

Dokumente durchgeführt werden.
Dauer 2 volle Tage |
Teilnehmendenzahl Ideal sind 12–24 Teilnehmende; bei Unternehmensgruppen maximal 30 Teilnehmende
Ablauf Sozial-Compliance-Bewertung + Auditsimulation + Gestaltung von Richtlinien/Verfahren + 90-Tage-Roadmap
Materialien Audit-Checkliste, Richtlinienset, Beschwerdemechanismus,
Lieferantenrisikomatrix, CAPA-Formular

Für wen ist die Schulung geeignet?

  • Personalteams von Textil- und Bekleidungsunternehmen

  • Teams für Sozial-Compliance, Qualität, Nachhaltigkeit und Audits

  • Werksleitungen, Produktionsleitungen und Linienverantwortliche

  • Exportierende Zulieferunternehmen

  • Unternehmen, die sich auf SMETA-, IFC-, SA8000-, BSCI- und kundenspezifische Audits vorbereiten

Schulungsziel

Die Sozial-Compliance-Aktivitäten in Textil- und Bekleidungsunternehmen sollen von einer punktuellen Auditvorbereitung in ein nachhaltiges Managementsystem überführt werden, das Menschenrechte, Ethik, DEI, die Stimme der Beschäftigten, die Lieferkette und interne Auditmechanismen miteinander verbindet.

Lernergebnisse

  • Verknüpft die Logik von SMETA, SA8000 und BSCI mit den Personalpraktiken.

  • Richtet Prozesse zur Dokumenten- und Standortvorbereitung vor Audits ein.

  • Erstellt eine Menschenrechtsrisikokarte und eine Lieferantenrisikomatrix.

  • Passt DEI- und Inklusionsmaßnahmen an den Textilkontext an.

  • Gestaltet einen Beschwerdemechanismus und einen Ethikprozess.

  • Richtet ein System für CAPA, interne Audits und nachhaltige Nachverfolgung ein.

  • Bereitet das Unternehmen mithilfe eines nachhaltigen Systems auf Audits vor.

Schulungsinhalte und Modulablauf

Tag Modul / Sitzung Methode / Ergebnis
1. Tag
  Eröffnung: Reifegradbewertung der Sozial-Compliance Selbsteinschätzung
  MODUL 1 — Grundlagen der Sozial-Compliance und der Menschenrechte Präsentation + Diskussion
  MODUL 2 — SMETA, SA8000, BSCI und Auditlogik Auditsimulation
  MODUL 3 — Ethische Lieferkette und Risiken durch Subunternehmen Risikomatrix
  MODUL 4 — Arbeitszeiten, Entgelt, Überstunden und Dokumentenmanagement Dokumentenanalyse
  Tagesabschluss: Checkliste zur Auditvorbereitung Gruppenarbeit
2. Tag
  MODUL 5 — DEI: Geschlecht, migrantische Arbeitskräfte und Inklusion Fallstudie
  MODUL 6 — Beschwerdemechanismus, Ethik-Hotline und Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen Prozessgestaltung
  MODUL 7 — Internes Audit, Korrekturmaßnahmen und Nachhaltigkeit CAPA-Workshop
  MODUL 8 — Einführung des Managementsystems und 90-Tage-Roadmap Planung
  Abschluss: Präsentation des Sozial-Compliance-Managementsystems Präsentation

Moduldetails

MODUL 1 — Grundlagen des Sozial-Compliance- und Menschenrechtsmanagementsystems

Theoretische Grundlage: ILO-Kernarbeitsnormen, UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie der Due-Diligence-Ansatz der OECD.

  • Unterschied zwischen einem Sozial-Compliance-Audit und einem Managementsystem

  • Auswirkungen von Menschenrechtsrisiken auf Personalprozesse

  • Kette aus Richtlinie, Verfahren, Umsetzung und Nachweis

  • Auswirkungen von Kundenanforderungen auf das Personalwesen exportierender Unternehmen

Anwendung / Workshop: Die Teilnehmenden führen eine Selbsteinschätzung des Sozial-Compliance-Reifegrads durch. Modulergebnis: Risiko- und Reifegradkarte der Sozial-Compliance.

MODUL 2 — SMETA, SA8000, BSCI und Auditlogik

Theoretische Grundlage: SA8000, die vier Säulen von SMETA, BSCI und die Rahmenbedingungen des ETI Base Code.

  • Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Arbeitszeiten, Entgelt sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Prüferperspektive und Dokumentenverifizierung

  • Beschäftigteninterviews und Konsistenzprüfungen

  • Logik wesentlicher und geringfügiger Nichtkonformitäten

Anwendung / Workshop: Es wird ein Rollenspiel mit den Rollen Auditor, Personalwesen und Produktion durchgeführt. Modulergebnis: Checkliste zur Auditvorbereitung.

MODUL 3 — Ethische Lieferkette und Risiken durch Subunternehmen

Theoretische Grundlage: Moderne Sklaverei, Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und der Ansatz der Verantwortungskette.

  • Kontrolle von Unterlieferanten und Subunternehmen

  • Risiken durch Scheinkonstruktionen und nicht registrierte Beschäftigung

  • Debatte über existenzsichernde Löhne

  • Lieferantenentwicklungsprogramm

Anwendung / Workshop: Es wird eine Segmentierung der Lieferantenrisiken durchgeführt. Modulergebnis: Sozial-Compliance-Risikomatrix für Lieferanten.

MODUL 4 — Arbeitszeiten, Entgelt, Überstunden und Dokumentenmanagement

Theoretische Grundlage: Türkisches Arbeitsgesetz Nr. 4857, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Arbeitszeitnachweise, PDKS und die Logik von Auditnachweisen.

  • Überstunden und Ruhezeiten

  • Übereinstimmung von Lohnabrechnung, Arbeitszeitnachweisen und Abgrenzungen

  • Urlaubsaufzeichnungen und Nachweise über Entgeltzahlungen

  • Dokumentendisziplin während Audits

Anwendung / Workshop: Eine beispielhafte Abweichung zwischen Lohnabrechnung und Arbeitszeitnachweis wird untersucht. Modulergebnis: Checkliste zur Dokumentenkonsistenz.

MODUL 5 — DEI: Geschlecht, migrantische Arbeitskräfte und Inklusion

Theoretische Grundlage: Organisationale Gerechtigkeit, inklusive Führung und Antidiskriminierungsrecht.

  • Repräsentation weiblicher Beschäftigter und Chancengleichheit bei Beförderungen

  • Management migrantischer Arbeitskräfte

  • Belästigung, Mobbing und Beschwerdemechanismen

  • Inklusive Gestaltung von Schichten, Kantine, Beförderung und Kommunikation

Anwendung / Workshop: Szenarien mit einer schwangeren Beschäftigten, einem migrantischen Beschäftigten und einer weiblichen Linienleiterin werden bearbeitet. Modulergebnis: Entwurf eines DEI-Aktionsplans.

MODUL 6 — Beschwerdemechanismus, Ethik-Hotline und Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen

Theoretische Grundlage: Speak-up-Kultur, psychologische Sicherheit und Ethikmanagementsysteme.

  • Kriterien eines wirksamen Beschwerdemechanismus

  • Vertraulichkeit und Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen

  • Ablauf der Untersuchung

  • Berichterstattung über Ethikfälle

Anwendung / Workshop: Für eine beispielhafte Meldung zu Belästigung oder Mobbing wird ein Prozess gestaltet. Modulergebnis: Entwurf eines Verfahrens für den Beschwerdemechanismus.

MODUL 7 — Internes Audit, Korrekturmaßnahmen und Nachhaltigkeit

Theoretische Grundlage: PDCA-Zyklus, internes Audit und Management von Korrekturmaßnahmen.

  • Zeitplan für interne Audits

  • Erstellung der CAPA-Dokumentation

  • Ursachenanalyse

  • Bericht zur Managementbewertung

Anwendung / Workshop: Für eine Auditfeststellung werden Ursache und Maßnahmenplan ausgearbeitet. Modulergebnis: CAPA- und interner Auditplan.

MODUL 8 — Einführung des Managementsystems und 90-Tage-Roadmap

Theoretische Grundlage: Managementsystemansatz und Logik der unternehmerischen Nachhaltigkeitsberichterstattung.

  • Richtlinienset

  • Rollen- und Verantwortungsmatrix

  • Schulungs- und Kommunikationsplan

  • Monatliches Sozial-Compliance-Dashboard

Anwendung / Workshop: Die Teilnehmenden präsentieren einen 90-Tage-Plan zur Einführung des Sozial-Compliance-Systems. Modulergebnis: Entwurf eines Sozial-Compliance- und Menschenrechtsmanagementsystems.

Praxisanwendungen und Best-Practice-Beispiele

  • Der Vier-Säulen-Auditansatz von SMETA und seine Anwendung in Fabriken.

  • Der Managementsystemansatz von SA8000.

  • Der menschenrechtliche Due-Diligence-Ansatz der UNGP.

  • Risiken in Textillieferketten im Zusammenhang mit migrantischen Arbeitskräften, weiblichen Beschäftigten und Arbeitszeiten.

  • Praktiken zu Ethik-Hotlines, Beschäftigtenvertretung und Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen.

  • Nachhaltigkeit nach dem Audit durch den internen Audit- und CAPA-Zyklus.

Anpassung für Unternehmensschulungen

Bei geschlossenen Unternehmensschulungen wird mit vorhandenen Sozial-Compliance-Berichten, Feststellungen aus Kundenaudits, dem Mitarbeiterhandbuch, dem Disziplinarverfahren, Beschwerdeaufzeichnungen, Beispielen aus Lohnabrechnung und Arbeitszeiterfassung sowie der Lieferantenliste gearbeitet. Am Ende der Schulung wird der erste 90-Tage-Plan des Unternehmens zur Auditvorbereitung und Systemeinführung erstellt.

 

Konkrete Ergebnisse, die die Teilnehmenden am Ende der Schulung erhalten

  • Sozial-Compliance-Reifegradbericht

  • Checkliste zur Auditvorbereitung

  • Checkliste zur Dokumentenkonsistenz

  • Lieferantenrisikomatrix

  • DEI-Aktionsplan

  • Entwurf eines Verfahrens für den Beschwerdemechanismus

  • CAPA-Formular

  • Zeitplan für interne Audits

  • 90-Tage-Roadmap für das Sozial-Compliance-Managementsystem

Die Schulung wird im Rahmen institutioneller Kooperationen als Paket für juristische Personen wie Einrichtungen oder Unternehmen angeboten; Einzelanmeldungen werden nicht angenommen. Die Schulungsinhalte können entsprechend dem Profil und den Anforderungen der institutionellen Teilnehmenden neu geplant werden. Im Anschluss an gegenseitige Abstimmungen werden Umfang und Durchführungsmethode der Schulung (Präsenz oder Online) festgelegt und die entsprechenden Prozesse abgeschlossen. Bei Einigung werden Datum, Uhrzeit und Veranstaltungsort der Schulung unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit der Teilnehmenden Ihrer Einrichtung und unserer Lehrkräfte geplant.

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